22. August 2019

Achtsamkeit beim Reisen

Waren Sie im Sommerurlaub auf Reisen? Mögen Sie es wie ich, ferne Länder mit allen Sinnen zu erleben, in fremde Kulturen einzutauchen, Neues und Unbekanntes zu entdecken? Ich war dieses Jahr in Südamerika und es war eine spannende Zeit. Dabei wurde mir wieder bewusst, wie wichtig Achtsamkeit beim Reisen ist.

Achtsam zu sein heißt, die Dinge so zu sehen und akzeptieren, wie sie sind. Es bedeutet, offen für Neues und geduldig zu sein, nichts zu erzwingen und nicht zu urteilen. Es ist eine innere Haltung, die auf Vertrauen, Achtung und Respekt für sich und andere beruht. Mit einer achtsamen Haltung wird Reisen zu einem besonderen Erlebnis und gleichzeitig ergeben sich beim Reisen viele Gelegenheiten, Achtsamkeit zu üben und zu verfeinern.

In einer anderen Klimazone, Kultur und Zeit geht so manches etwas langsamer. Wir brauchen Geduld - mit uns selbst, anderen und den Umständen. Es gilt, jeden einzelnen Moment anzunehmen wie er ist, sich Zeit lassen und zu genießen – ohne zu hetzen oder etwas verändern zu wollen. Dazu gehört Akzeptanz: andere Länder, andere Sitten. Nicht immer läuft alles nach Plan. Der Zug fährt nicht, der Flug wurde gestrichen, es gelten andere Maßstäbe für Hygiene. Akzeptanz heißt in diesem Fall nicht, alles klaglos hinzunehmen, sondern es so zu nehmen wie es ist und das Beste daraus zu machen.

Am besten gelingt uns das, indem wir nicht urteilen. Wir können gar nicht anders, als unbewusst Menschen und Ereignisse zu bewerten. Dabei schränkt unsere selektive Wahrnehmung unseren Erfahrungsraum immer wieder ein. Beim Reisen eröffnen sich neue Räume, wenn man wertende Urteile bemerkt und aufmerksam beobachtet. Wenn es einem gelingt, sich von vorgefertigten Meinungen und Urteilen frei zu machen, werden wir uns mit dem „Geist des Anfängers“ für neue Erfahrungen und Sichtweisen öffnen können. Dazu gehört auch, nicht zu vergleichen und sich dem Gefühl hinzugeben, alles schon einmal gesehen zu haben. Jeder Moment ist einzigartig und unwiederbringlich.

Es gibt immer wieder Orte, die wir ungern verlassen. Menschen, die uns ans Herz gewachsen sind, ein wunderschöner Strand, eine traumhafte Unterkunft. Nun gilt es, wieder loszulassen. Alles hat seine Zeit. Dabei ist uns bewusst, dass wir nichts erzwingen können. Es ist, wie es ist. Es gibt nichts zu erreichen, nichts zu leisten. Das gibt tiefe Zufriedenheit und bringt Entschleunigung.

Bei all dem lernen wir uns selbst wieder besser kennen. Unser Vertrauen wächst – in uns selbst und anderen. Wer sich selbst und anderen nicht vertraut, tut sich schwer zu reisen. Denn die Welt ist voller Gefahren. Vertrauen bedeutet, diese nicht auszublenden, aber darauf zu vertrauen, alle Herausforderungen meistern zu können. Vertrauen bedeutet, positiv auf andere Menschen zuzugehen und eine Verbindung zu schaffen. Vertrauen bedeutet, sich zu öffnen und andere zu akzeptieren, wie sie sind. Es heißt auch, vorsichtig zu sein, ohne vom Schlimmsten auszugehen.

Ich bin sehr dankbar, dass ich zu einer privilegierten Minderheit gehöre, die ferne Länder bereisen darf und ich weiß, dass Tourismus für viele Länder Fluch und Segen zugleich ist. Umso mehr plädiere ich für eine achtsame Form des Reisens, bei der die Achtung von Menschen und Natur im Zentrum steht. Das Bewusstsein für die Vielfalt der Menschen, Schönheit der Natur, Fragilität der Erde und fremde Kulturen entsteht nur durch persönliches Erleben. Achtsames Reisen bildet, erweitert den Horizont und gehört für mich zu einem guten Leben.

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