21. Februar 2019

Gedanken zum Tag der Muttersprache

Heute ist der Internationale Tag der Muttersprache. Dieser Gedenktag wurde von der UNESCO zur Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit ausgerufen. Es soll das Bewusstsein für die Einzigartigkeit und den Wert der Sprachenvielfalt wecken.

Wir waren vor einiger Zeit in Indien. Unser erster unvergesslicher Tag begann in Delhi – ein Wahnsinn! Ich habe noch nie so viele Menschen auf einen Haufen gesehen, so viel Armut, so viel Reichtum, so viel Müll, so viele beeindruckende Gebäude. Alles fühlte sich fremd an und ich stellte mir vor, wie es wäre, dort zu leben. Oder dort leben zu müssen, weil meine Heimat unsicher ist oder ich keine Zukunft habe. Würde ich meine Identität verlieren, meine Kultur, meine Sprache? Sicher nicht. Ich würde weiterhin in meiner Muttersprache denken und so oft wie möglich sprechen, ich würde mich weiterhin mit meiner Kultur und meiner Herkunft identifizieren. Ich würde Deutsche bleiben. Denn Sprache, Kultur und Identität sind untrennbar miteinander verbunden. 

Es wird heutzutage viel von Integration gesprochen – und dass wir es schaffen müssen, dass sich Zugewanderte integrieren müssen. Was bedeutet das genau? Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, ist „Integration ein langfristiger Prozess. Sein Ziel ist es, alle Menschen, die dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland leben, in die Gesellschaft einzubeziehen. Zugewanderten soll eine umfassende und gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen ermöglicht werden. Sie stehen dafür in der Pflicht, Deutsch zu lernen sowie die Verfassung und die Gesetze zu kennen, zu respektieren und zu befolgen.“ 

Da Sprache, Kultur und Identifikation so eng verknüpft sind, sind wichtige Voraussetzungen für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, die Sprache zu lernen und die Kultur zu verstehen. Das schließt natürlich die gesetzlichen und gesellschaftlichen Regeln mit ein. Wenn Integration bedeutet, dass Menschen aus anderen Kulturkreisen mit einer anderen Identität und Sprache zu einem Teil unserer Gesellschaft werden, bedeutet das auch, dass sich unsere Gesellschaft und unsere Kultur verändern werden? Wahrscheinlich, aber die verändern sich sowieso – und zwar täglich. Weil das einzig Beständige im Leben der Wandel ist – und das ist gut so. Man denke nur mal daran, wie sich das Frauenbild verändert hat. Vor hundert Jahren durften Frauen nicht wählen, bis 1977 ohne die Erlaubnis ihres Ehemannes keinen Arbeitsvertrag schließen. Erst nach 1969 wurde eine verheiratete Frau als geschäftsfähig angesehen, vorher konnte sie auch kein eigenes Bankkonto eröffnen.

Sprache beginnt mit Denken und deshalb sollten wir gut auf unsere Gedanken achten. Ich denke, dass wir eine Gesellschaft gestalten sollten, die von Offenheit, Toleranz und Güte geprägt ist. Ich denke, wir sollten Respekt vor allen Wesen und der Natur haben. Ich denke, wir sollten die Werte achten, die in unserem Grundgesetz verankert sind: das Prinzip der Menschenwürde und der Gleichbehandlung unabhängig von Herkunft, Rasse, Geschlecht, Sprache und Glauben. 

Der internationale Tag der Muttersprache ist ein Anlass, bewusst darauf achten, was wir denken und was wir sagen. Ein Anlass zu überprüfen, wie unsere innere Haltung zur sprachlichen und kulturellen Vielfalt, Toleranz und Offenheit ist. In welcher Sprache wir das denken oder sagen, das ist völlig egal.

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