10. Dezember 2018

Zeit zum Warten im Advent

Was bedeutet die Adventszeit für Sie? Ist es der Stress zum Jahresende, Überstunden, Geschenke besorgen, sich durch überfüllte Städte quälen? Oder Tee trinken im Kerzenlicht, ein geschmücktes Haus, mit Freunden Glühwein trinken auf dem Weihnachtsmarkt?

Der Advent ist für Christen eine Zeit des Wartens und der Vorbereitung auf Weihnachten. Mit der Vorbereitung klappt es bei den meisten Menschen ganz gut. Das ist aktive Zeit: Pläne machen, Listen schreiben und Aufgaben erledigen. Das sind wir gewöhnt. Mit der Wartezeit tun wir uns schwerer. Warten zu können ist eine Kunst, die wir verlernt haben. 

Heute war ich beim Zahnarzt. Neben den Patienten, die zum Jahresende schon eng getaktet sind, gab es noch einige Notfälle zu versorgen. Die Stimmung im Wartzimmer war gereizt. Ein Rentner diskutierte eine Viertel Stunde mit der Zahnarzthelferin, warum er so lang warten müsse, wann er endlich dran komme und dass es Zeit sei zum Mittagessen. Sie redete mit Engelszungen auf ihn ein, erklärte die Situation, machte Angebote - alles vergebens. Er stellte ein Ultimatum und war handzahm als der Herr Doktor kam. Sie erzählte mir, dass dies tägliche Routine sei und sie manchmal am Abend Magenschmerzen habe. Geduld und Toleranz sind wohl zur Mangelware geworden.

„Gut Ding will Weile haben“, heißt ein altes Sprichwort. Dazu fehlt uns oft die Geduld, also die Fähigkeit, zu warten und eigene Bedürfnisse zurückzustellen. Die wertvollsten und schönsten Dinge im Leben setzen aber Geduld voraus: Der Wein braucht Zeit zum Reifen, die Zubereitung einer frischen Mahlzeit dauert, ebenso wie der Genuss eines 5-Gänge-Menüs. Kunstwerke entstehen meist nicht an einem Tag und die Entwicklung eines Menschen dauert ein ganzes Leben. Neurowissenschaftler weisen darauf hin, dass unser Gehirn Entspannung und Wartezeiten braucht, um zu lernen und auf neue Ideen zu kommen. Es tut uns gut, ab und zu nichts zu tun – einfach zu warten.

Warum nehmen wir die Wartezeiten im Leben deshalb nicht einfach freudig an und versuchen das Beste daraus zu machen. Es ist, wie es ist. Wir könnten Wartezeit als geschenkte Zeit betrachten. Vielleicht gelingt es uns sogar im Warten einen Sinn zu sehen. Im Advent erwarten Christen die Geburt Jesu, die Ankunft des Herrn. Spätestens an Weihnachten erfüllt alle Christen das warme Gefühl, dass sich das Warten gelohnt hat. Im Warten findet sich oft das Unerwartete. Lassen wir uns darauf ein.

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